Die österreichische Online-Landschaft

Samstag, November 27, 2004

Radio FRO

Und weiter geht’s bei der Analyse der Interauftritte österreichischer Medienanstalten. Heute sind wir beim „Freien Rundfunk Oberösterreichs“ angelangt – einigen wohl eher bekannt als Radio FRO auf 105,0 Mhz.

Herr Ingo Leindecker von Radio FRO hat mir dankenswerter Weise eine äußerst informative und umfangreiche mail mit Fakten zur Homepage zugesandt, u.a. mit einem kurzen Einblick in die Entstehungsgeschichte des Onlineauftritts:

„Unsere Onlinegeschichte begann 1997 als eines der ersten Internetradios in Österreich. Zu diesem Zeitpunkt gab es neben dem Radioprogramm, das im Linzer Kabel-Netz ausgestrahlt wurde, einen Real Audio Stream, der das laufende Radioprogramm übertrug. Die terrestrische Frequenz 105,0 MHz wurde der Freier Rundfunk Oberösterreich GmbH ebenfalls 1997 zugewiesen. Im September 1998 ging Radio FRO erstmals on air.

Der Internetauftritt war damals rein statisch. Er stellte die grundlegenden Informationen über den Sender bereit (wie die Charta der Freien Radios Österreichs, die Programmrichtlinien, die Geschichte, die Unterstützungsmöglichkeiten sowie ein monatlich upgedatetes Radioprogramm).

Im Frühjahr 1999 wurde das Design erneuert und die Website erstmalig für die Publikation der monatlichen Radio FRO Zeitung "Verstärker" genutzt. Parallel dazu wurden erste Interaktionsmöglichkeiten für User eingerichtet, wo man über ein Internetformular Mitglied von Radio FRO werden konnte, sowie einen Antrag auf Sendezeit stellen konnte, der dann von unserer Programmkoordinatorin bearbeitet wurde.

Zusätzlich dazu gab es für die ehrenamtlichen SendungsmacherInnen das Angebot, die Homepage ihrer Sendung auf unserem Server zu betreiben bzw. sie von uns gestalten zu lassen.

2002 wurde dann die gesamte FRO Seite relauncht und auf ein Datenbank-basierendes Content Management System umgestellt. Hierbei wurde der Auftritt komplett neu konzipiert und zusätzlich verschiedene Services eingerichtet.

Sämtliche Aktivitäten, die mit dem Internetauftritt von Radio FRO zusammenhingen, wurden bis 2002 ehrenamtlich ausgeführt. Der Relaunch 2002 wurde als Auftragsarbeit einmalig bezahlt. Die Weiterentwicklung und Wartung des Internetauftritts wird im Rahmen einer Teilzeitanstellung (10 Stunden/davon 2 Stunden Wartung/Entwicklung) bezahlt.

Die Wartung des Cultural Broadcasting Archives wird seit 2001 vom Verband der Freien Radios Österreich VFRÖ finanziell übernommen. Der Start des Archivs wurde von Radio initiiert und von den Projektfördermitteln des AMS Topfes "NewStart" bezahlt.“

Obwohl die Homepage auf den ersten Blick nicht so aussieht, als könne sie mit vielen features aufwarten, beweist sie bei genauerer Betrachtung doch das Gegenteil. Als erwähnenswert erscheint mir die direkte Einbindung der HöherInnen über das auf der Website integrierte Programmschema. Programmmacher können auf dieser Seite die Inhalte ihrer Sendung publizieren und gleichzeitig dieses Thema zur Diskussion unter den Usern freigeben. Interaktives Radio dem wohl auch die Zukunft gehören wird.

Darüber hinaus werden seit Beginn Projekte wie "Towards a society of control?" (2003) oder auch die Sendereihe "Migration@EU" (2004), die allesamt von Radio FRO initiiert wurden, auf der Webseite dokumentiert.

Sämtliche Radiosendungen sowie Beiträge zu den unterschiedlichsten Themen können über das vom Sender entwickelte Audioarchiv CBA (Cultural Broadcasting Archive) nachgehört, downgeloaded oder von anderen freien Radiostationen in ihr Programm aufgenommen werden. So wird einerseits die Archivierung des für das Medium Radio üblichen, flüchtigen Informationsflusses gewährleistet, als auch den HörerInnen und JournalistInnen und anderen freien Radiostationen ein "radio on demand" zur Verfügung gestellt.

Da der freie Zugang, also die Möglichkeit, dass jeder selbst sein eigenes Programm gestalten kann, als Charakteristika eines jeden freien Radios gilt, ist es ebenso möglich, dass die BesucherInnen der Homepage von Radio FRO per Internetformular einen Antrag auf Sendezeit stellen, um in weiterer Folge eine eigene Radiosendung zu gestalten.

Auf MP3-Livestream und Diskussionsforum möchte ich deshalb nicht näher eingehen, da sie bereits als Standard auf fast jeder (Radio)-Homepage angetroffen werden können. Wichtig scheint mir aber noch auf den Kauf eines Radioabos hinzuweisen, wodurch sich jeder Einzelne finanziell an der Aufrechterhaltung des Senders beteiligen kann.

Noch abschließend ein paar Worte zu den Zugriffszahlen der Seite: durchschnittlich 18.500 Besucher (visits) stoßen monatlich auf die Homepage von Radio FRO, was einem Tagesschnitt von knapp über 600 visits entspricht.